Junger Hund        

Hochgemuter Stummelschwanz,
hemmungsloser Freudentanz,
quitschvergnügtes Hundsgejaul,
handkehrum zum Sterben faul.
 
Alter Schuh und müdes Blatt,
Mutters warme Lagerstatt,
Milch zu saugen noch und noch,
oh, wie gut das alles roch!
 
Gute Hand im krausen Fell,
seltsam fremdes Hundgebell.
Nacht wie schwarzer Regen fiel,
Tag voll Balgerei und Spiel.
 
Böse Hand und spitzes Glas,
warmer Stein und zartes Gras,
Bubenpfiff und Purzelbaum,
erster dunkler Hundetraum.
 
Wie er täppisch blickt und bellt,
staunt in eine bunte Welt.
Gut und Böse? Sein und Sinn?
Nein, er bellt: Ich bin! Ich bin!

Peter Kilian

 


 
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